aid-Newsletter Nr. 48 vom 25. November 2015

2 jaren geleden


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48/15 vom 25.11.2015


 

In eigener Sache


Advents- und WeihnachtsbrÀuche


Neuer aid-Hörfunkbeitrag
 

Verbraucher und ErnÀhrung


Vegane ErnÀhrung


DGE kÃŒndigt neue Positionen an

Forum Nachhaltiger Kakao


Deutschlands Verantwortung als Importland nachkommen

Heimische Salate auch im Winter


Nitratgehalt lÀsst sich reduzieren

Weihnachtsduft liegt in der Luft


Kardamom

Pistazien


Je grÃŒner, desto besser
 

Landwirtschaft und Umwelt


Kraut- und KnollenfÀule


Resistenzmanagement spart 80 Prozent Fungizide

Neue Abgasnormen fÃŒr Traktoren


Neue Traktorentechnik auf der Agritechnica

Medikamente aus dem Glashaus


Tomaten haben Potenzial

Aufzucht von Bioferkeln


Hundertprozent Öko-FÃŒtterung möglich

Vögel fÌttern im Winter


Auf richtiges Futter achten
 

Advents- und WeihnachtsbrÀuche


Neuer aid-Hörfunkbeitrag



(aid) - Weihnachten wird lÀngst nicht mehr nur in christlich-geprÀgten LÀndern gefeiert, sondern erlebt auch in asiatischen LÀndern, wie z. B. China, einen regelrechten Boom. Die Wochen vor dem Weihnachtsfest sind jedenfalls vollgepackt mit den verschiedensten BrÀuchen. Allein in Deutschland werden jedes Jahr rund 24,5 Millionen WeihnachtsbÀume aufgestellt. Aber wissen Sie eigentlich wo Christbaum, Stollen oder Adventskalender ihren Ursprung haben?
Der aid infodienst hat sich mit den Advents- und WeihnachtsbrÀuchen in einem Hörfunkbeitrag beschÀftigt. Von Barbarazweigen und Äpfeln als Christbaumkugeln bis zu Hutzeln und Christstollen erklÀrt ErnÀhrungswissenschaftler Harald Seitz die BrÀuche der Vorweihnachtszeit.
Der Hörfunkbeitrag steht unter www.aid.de/presse/hoerfunkbeitraege.php direkt als mp3-Datei zum Anhören oder Herunterladen bereit.
www.aid.de


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Vegane ErnÀhrung


DGE kÃŒndigt neue Positionen an



(aid) - Die Deutsche Gesellschaft fÌr ErnÀhrung (DGE) wird voraussichtlich noch in diesem Jahr ein Positionspapier zu veganer und vegetarischer ErnÀhrung veröffentlichen. Das hat DGE-PrÀsident Prof. Helmut Heseker bei der Fachveranstaltung "Vegetarisch und vegan - Nur ein Trend?" vor Journalisten in Hamburg angekÌndigt. "Wir können nicht auf jeden Hype aufspringen, aber jetzt ist die Zeit einfach reif dafÌr", begrÌndete der DGE-PrÀsident. Der Druck, sich intensiv mit veganer ErnÀhrung zu beschÀftigen und Position zu beziehen, sei durch die wachsenden wissenschaftlichen Erkenntnisse entstanden.
Bekannt ist: Die Fachgesellschaft empfiehlt eine vollwertige ErnÀhrung in Form einer Mischkost, die zum größten Teil aus pflanzlichen und zum kleineren Teil aus tierischen Lebensmitteln inklusive Fisch und wenig Fleisch besteht. Daneben wird das Positionspapier jedoch eine neue Empfehlung enthalten, so Heseker: "Auch eine lacto-ovo-vegetarische ErnÀhrung ist als DauerernÀhrung geeignet".
Vegane ErnÀhrung hingegen berge die Gefahr der MangelernÀhrung. Daher spreche sich die DGE nicht fÌr eine rein pflanzliche ErnÀhrung aus. Und: "FÌr Menschen in sensiblen Lebensphasen wie Schwangerschaft, Stillzeit, SÀuglings- und Kindesalter wird eine vegane ErnÀhrung aufgrund der potenziell kritischen NÀhrstoffversorgung mit dem hohen Risiko fÌr NÀhrstoffmangelzustÀnden mit unter UmstÀnden dauerhaften SchÀden mit Nachdruck nicht empfohlen", lautet die Position der DGE.
UnabhÀngig von diesen Empfehlungen trÀgt das Positionspapier jedoch der Tatsache Rechnung, dass sich eine betrÀchtliche Anzahl an Menschen vegan ernÀhrt. Das ist die zweite wesentliche Neuigkeit. Die Neupositionierung soll auch konkrete RatschlÀge enthalten, die Veganern helfen, ein NÀhrstoffdefizit zu vermeiden.
Wann genau das Positionspapier herausgegeben wird, steht noch nicht fest. "Wir ringen gerade noch um Worte", sagte Heseker. Von den deutschen PÀdiatern komme an einzelnen Punkten erheblicher Widerstand.
Eva Neumann, www.aid.de


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Forum Nachhaltiger Kakao


Deutschlands Verantwortung als Importland nachkommen



(aid) - Das "Forum Nachhaltiger Kakao" ist als Leuchtturmprojekt der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie fÃŒr das Jahr 2016 ausgezeichnet worden. Damit werden die BemÃŒhungen der Initiative fÃŒr eine nachhaltige Lieferkette fÃŒr Kakao gewÃŒrdigt. Knapp 70 Mitglieder aus der Industrie, dem Lebensmittelhandel, der Zivilgesellschaft und der Bundesregierung sind daran beteiligt.
Das Forum setzt sich fÌr verbesserte LebensumstÀnde der Kakaobauern ein. Die natÌrlichen Ressourcen und die Artenvielfalt in den AnbaulÀndern sollen geschont bzw. erhalten und der Anteil an nachhaltig erzeugtem Kakao erhöht werden. DafÌr mÌssen alle beteiligten Akteure einen Beitrag leisten. Der Kakaosektor lÀsst sich jedoch nicht von heute auf morgen auf Nachhaltigkeit umstellen. Kinderarbeit ist weiterhin auf den Plantagen verbreitet. Trotz aller BemÌhungen gibt es noch Einiges zu tun. Aber "wir sind auf einem guten Weg", zieht das im Jahr 2012 gegrÌndete "Forum Nachhaltiger Kakao" Bilanz.
Rund 56 Prozent aller Konsumenten wollen ethisch einwandfreie Produkte kaufen, aber nur acht Prozent achten beim Kauf von Schokolade auf Nachhaltigkeit. FÃŒr Verbraucher ist es wichtig, dass die Unternehmen glaubwÃŒrdig ihre Lieferketten auf Nachhaltigkeit umstellen, und die Produkte im Handel auch gut zu finden und klar gekennzeichnet sind. Das Forum empfiehlt, auf Nachhaltigkeitssiegel wie Fairtrade, das UTZ-Siegel und das Logo der internationalen Umweltschutzorganisation Rainforest Alliance zu achten. Im Jahr 2014 lag der Anteil an nachhaltig erzeugtem Kakao in den in Deutschland verkauften SÌßwaren bei 27 Prozent, im Jahr 2011 waren es nur drei Prozent, informiert der Bundesverband der Deutschen SÌßwarenindustrie (BDI). Ziel ist, bis zum Jahr 2020 die 50-Prozent-Marke zu knacken.
Kakao ist eines der wichtigsten AgrarhandelsgÃŒter weltweit und bildet die Einkommensgrundlage fÃŒr 40 bis 50 Millionen Menschen. Vielen Kakaobauern fehlt allerdings das Wissen, um die fÃŒr den internationalen Markt notwendige QualitÀt zu erzeugen. Dadurch sind die Einkommen zu gering, um in die Felder investieren zu können. Vielerorts herrscht große Armut, die hÀufig zu schlimmen Formen von Kinderarbeit auf den Betrieben fÃŒhrt. Die Kinder mÃŒssen gefÀhrliche Arbeiten verrichten wie zum Beispiel mit der Machete Kakaoschoten ernten.
Im Pilotprojekt "Pro-Planteurs" sollen 20.000 Farmer in CÎte d'Ivoire (ElfenbeinkÌste) in Westafrika Ìber fÌnf Jahre in der nachhaltigen Kakaoerzeugung geschult werden. Ziel ist, die ErtrÀge und damit das Einkommen der Bauern zu steigern und somit die Lebenssituation der gesamten Familie zu verbessern. Das Projekt hat im April 2015 begonnen.
Die ElfenbeinkÃŒste ist das wichtigste Lieferland fÃŒr Rohkakao fÃŒr Deutschland. Im Jahr 2014 kamen 191.900 Tonnen Rohkakao hierher, was einem Anteil am Gesamtimport von knapp 60 Prozent entspricht. An zweiter Stelle stand Ghana mit 50.600 Tonnen (15,7 %), gefolgt von Ecuador (20.100 t, 6,2 %) und Nigeria (18.000 t, 5,6 %). Deutschland gehört zu den weltweit größten Kakao-ImportlÀndern und hat damit auch eine große Verantwortung. Mehr als zehn Prozent der weltweiten Kakaoernte werden hierzulande zu Schokolade, Speiseeis, Keksen und weiteren Produkten verarbeitet.
Heike Kreutz, www.aid.de


Weitere Informationen:
www.kakaoforum.de
www.was-wir-essen.de/abisz/kakao.php
aid-BroschÃŒre "Kaffee, Tee und Kakao"
Bestell-Nr. 1310, Preis: 3,50 Euro
www.aid.de/shop/shop_detail.php?bestellnr=1310


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Heimische Salate auch im Winter


Nitratgehalt lÀsst sich reduzieren



(aid) - Salat braucht Nitrat zum Wachsen. Die Pflanzen nehmen es aus dem Boden auf und verwenden es zur Energiegewinnung. FÃŒr die Umwandlung ist Sonnenlicht notwendig. Fehlt die Sonne, so speichern die Salate Nitrat im Vergleich zu anderen GemÃŒsen in besonders großer Menge. Salat aus dem Freiland enthÀlt meist weniger Nitrat, da er in der Regel mehr Sonne bekommt als Salat aus geschÃŒtztem Anbau. Auch die Salate aus biologischer Landwirtschaft weisen hÀufig geringere Gehalte auf. Das ist aber, wie bei allen Freilandsalaten, witterungsabhÀngig.
Hohe Nitratmengen im Salat sind unerwÃŒnscht, da ein Teil des aufgenommenen Nitrats durch Bakterien in Nitrit umgewandelt werden kann. Nitrit kann dann im Körper mit Eiweißen zu Nitrosaminen reagieren, die im Verdacht stehen, Krebs auszulösen.
Bei den Wintersalaten zÀhlen vor allem Endivie und Feldsalat zu den Sorten mit einem hohen Nitratgehalt. Das NiedersÀchsische Landesamt fÃŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) fand bei Untersuchungen von 2006 bis 2013 in Endivien im Schnitt 1.321 mg Nitrat je Kilogramm und in Feldsalat durchschnittlich 1.931 mg/kg. Dabei speichern Salate den unerwÃŒnschten Stoff vor allem im Strunk, den dicken Blattrippen und den Àußeren BlÀttern. Bei Feldsalat sammelt sich das Nitrat besonders in Stielen und Rosetten.
Um den Nitratgehalt im Salat zu senken, sollten die genannten Pflanzenteile beim Putzen entfernt werden. Auch wenn Feldsalat als einzelne BlÀtter nicht mehr so attraktiv aussieht wie in den Rosetten, sinkt sein Nitratgehalt so betrÀchtlich. Außerdem ist der Salat dann auch leichter zu waschen.
Julia Icking, www.aid.de


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Weihnachtsduft liegt in der Luft


Kardamom



(aid) - Was wÀren PfeffernÃŒsse und Spekulatius ohne Kardamom? Das edle GewÃŒrz verfeinert auch Kuchen, Brot, Tarte, Obstsalat, FrÃŒchtekompott und Milchdesserts. In Skandinavien werden die getrockneten Samen fÃŒr FeingebÀck, Pasteten und Wurst verwendet. Kardamom gibt Reisgerichten mit Lamm und GeflÃŒgel, Suppen, Soßen, Chutneys sowie GemÃŒsepfannen eine orientalische Note. In arabischen LÀndern werden Kaffee und Tee mit einer Messerspitze des GewÃŒrzes aromatisiert. Kardamom ist ein Bestandteil vieler bekannter GewÃŒrzmischungen wie Currypulver und "Garam Masala" zur Zubereitung von indischen Currys.
Kardamom ist eine mehrjÀhrige Staude mit dicken Wurzelstöcken und zugespitzten BlÀttern. Die Pflanze gehört zur Familie der IngwergewÀchse und ist in SÃŒdindien und Sri Lanka beheimatet. Die erste Ernte erfolgt im dritten Jahr, wobei nicht die Wurzel, sondern die Frucht genutzt wird. In den dreikantigen Kapseln, die wie an SchnÃŒren ÃŒber den Boden wachsen, befinden sich die braunschwarzen klebrigen Samen. Sie werden kurz vor der Reife per Hand gepflÃŒckt und entfalten erst beim Trocknen ihr Aroma. Die Samen enthalten Àtherische Öle, die appetitanregend und verdauungsfördernd wirken. Sie sollen auch bei BlÀhungen und Magenschmerzen helfen.
Kardamom ist auch heute noch eines der teuersten GewÃŒrze der Welt. In deutschen SupermÀrkten findet man eher den grÃŒnen Kardamom - als ganze Kapseln oder gemahlenes Pulver. Er hat einen leicht blumigen Geschmack mit einer sÌßlichen SchÀrfe, die an Eukalyptus erinnert. Die schwarze Variante kennzeichnet ein erdiges Aroma mit RÀuchernote, die sich eher fÃŒr Pikantes eignet.
Die beste Wahl sind ganze Kapseln, da sie das Aroma der darin liegenden schwarzen Samen bewahren. Erst kurz vor dem Verzehr werden die Samen aus der Kapsel gelöst und zermahlen. Man kann sie aber auch mit dem Mörser leicht öffnen, im Ganzen mitkochen und anschließend wieder entfernen. Beim Einkauf sollte man auf unversehrte Kapseln mit limettengrÃŒner FÀrbung achten. Wenn man sie trocken, kÃŒhl und lichtgeschÃŒtzt lagert, sind sie rund ein Jahr haltbar.
Heike Kreutz, www.aid.de


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Pistazien


Je grÃŒner, desto besser



(aid) - Sie sind sie ein beliebter Partysnack, eine edle Zutat in Backwaren und eine farbenfrohe Dekoration auf Pralinen. Die Rede ist von Pistazien, den Samen der SteinfrÌchte des Pistazienbaumes. Die hellgrÌnen, teilweise auch lila Kerne sind mal rund, mal mandelförmig oder mal oval und zeichnen sich durch ihren milden, nussigen Geschmack aus.
In der KÃŒche haben Pistazien in vielen Bereichen ihre Nischen erobert. Gehackt oder als Ganzes werden sie gerne in Kekse eingebacken. In Baklava oder Mozartkugeln sind sie unverzichtbar, in der Mortadella ebenfalls. Beliebte Pistazien-Begleiter sind Honig und Minze, Marzipan und Schokolade. Und in pikanten Speisen sind vor allem Zutaten aus dem Orient wie Couscous ihre Partner. Manches Mal dienen die grÃŒnen Kerne als Hingucker, vor allem in Kombinationen mit Kontrastfarben. Auf der schwarzen Schokopraline, dem roten Himbeerkuchen oder mit gelbem Safranreis machen sie sich besonders gut.
Pistazienkerne haben mit knapp 600 Kilokalorien pro 100 Gramm einen hohen Energiewert. Sie bestehen nÀmlich zu gut 50 Prozent aus Fett, größtenteils aus ungesÀttigten FettsÀuren. Dass die kleinen grÃŒnen Dinger dennoch von ErnÀhrungswissenschaftlern als gesunde Zwischenmahlzeit empfohlen werden, liegt auch ihren anderen inneren Werten: Mit mehr als 20 Prozent enthalten Pistazien besonders viel Eiweiß. Auch Vitamine aus der B-Gruppe, FolsÀure, Kalium und Eisen sind in erwÀhnenswertem Umfang enthalten. "Wer sich selbst bei der Pistazienknabberei disziplinieren möchte, sollte zu ungeschÀlten Kernen greifen", rÀt Harald Seitz vom aid infodienst. "Das mindert das Verzehrtempo und damit oft auch die Menge, die man nascht. Außerdem fördert das gemeinsame Knacken der Kerne die Kommunikation."
Der Pistazienbaum hat vom Nahen Osten zunÀchst den Mittelmeerraum erobert. SpÀtestens seit der Antike wurde er gezielt angebaut. Heute sind nach dem Iran die USA und die TÃŒrkei die weltweit größten Hersteller. Pistazien sind meist teurer als Mandeln, HaselnÃŒsse und Co. Das liegt an der aufwÀndigen Ernte und Verarbeitung und daran, dass ein Pistazienbaum nur jedes zweite Jahr reiche Ernte bringt.
Hierzulande sind Pistazien mit oder ohne Schale, naturbelassen oder gesalzen und geröstet ganzjÀhrig erhÀltlich. Gerade im Advent gibt es sie mancherorts als lose Ware. Appetitlich-grÃŒne Farbe ist das deutlichste QualitÀtszeichen. Bei ungeschÀlten Pistazien sollten möglichst viele der harten Außenschalen an der Naht aufgesprungen sein. Große, lange Kerne gelten als besonders aromatisch. Pistazien, die einen muffigen Geruch verströmen oder alt aussehen, lÀsst man besser liegen. An ihnen haben sich bereits Schimmelpilze, sogenannte Aflatoxine, gebildet. Diese sind hitzebestÀndig und bereits in kleinen Mengen gesundheitsschÀdlich. Zuhause werden die empfindlichen SchÀtzchen am besten kÃŒhl und trocken gelagert. Einmal geöffnete Packungen dÃŒrfen nicht zu lange herumliegen.
Eva Neumann, www.aid.de


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Kraut- und KnollenfÀule


Resistenzmanagement spart 80 Prozent Fungizide



(aid) - Manchmal braucht es einen langen Atem, um in der Forschung Erkenntnisse zu gewinnen, die eine nachhaltige Wirkung versprechen. Die Kraut- und KnollenfÀule bei Kartoffeln ist als Forschungsobjekt deshalb geeignet, weil sie noch immer weltweit immense Kosten verursacht - Ìber ErnteausfÀlle und den hohen Aufwand an Fungiziden. Die Kartoffel ist das weltweit drittwichtigste Grundnahrungsmittel, in vielen LÀndern steht sie sogar an erster Stelle des Konsums.
Die niederlÀndische Regierung hat daher eine zehnjÀhrige Studie finanziert mit dem Ziel, nachhaltig bestehende Resistenzen in die Pflanzen zu implementieren. Wildformen der Kartoffeln bieten hierfÃŒr einen reichen "Baukasten", doch leider ist der Erregerpilz so "plastisch", dass er die Resistenzen hÀufig mit der Zeit umgeht. Trotzdem sahen die Wissenschaftler in den natÃŒrlich vorkommenden Resistenzen den SchlÃŒssel - wenn man ihn verbindet mit einem ausgeklÃŒgelten Resistenzmanagement. Gemeint ist damit ein enges Monitoring, also die Überwachung der Schaderreger in flÀchendeckendem Ausmaß.
FÌr die Studie haben Wissenschaftler der UniversitÀt Wageningen engmaschige Kontrollen in den ganzen Niederlanden durchgefÌhrt, um herauszufinden, wie und wo sich der pilzliche Erreger an die vorhandenen Resistenzen angepasst hat. Es folgte daraufhin die Auswahl entsprechend neuer Resistenzgene aus anderen Wildformen, die nunmehr besser geeignet waren. Die Kombination dieser zwei Herangehensweisen konnte den Einsatz von Fungiziden um 80 Prozent senken. Im konventionellen Kartoffelanbau muss der Landwirt 10 bis 15 Mal auf sein Kartoffelfeld ausrÌcken, um der Plage Herr zu werden. Das entwickelte Resistenzmanagement lÀsst sich nach EinschÀtzung der Wageninger Wissenschaftler auch auf andere "gefÀhrdete" Nutzpflanzen - wie Weizen oder Bananen anwenden. Entscheidend dÌrfte die wirtschaftliche Bedeutung sein, die in einem guten VerhÀltnis zum Aufwand und zum Einsparpotenzial stehen sollte.
Friederike Heidenhof, www.aid.de


Weitere Informationen:
http://www.wageningenur.nl/en/Expertise-Services/Research-Institutes/plant-research-international/show/Resistance-genes-from-wild-relatives-of-crops-offer-opportunities-for-more-sustainable-agriculture-worldwide-.htm


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Neue Abgasnormen fÃŒr Traktoren


Neue Traktorentechnik auf der Agritechnica



(aid) - Die zurÌckliegende Agritechnica in Hannover hat auch fÌr Traktoren neue Wege aufgezeigt. Vor allem Lohnunternehmen sind Trendsetter fÌr neue Module. Neben ZuverlÀssigkeit, Schlagkraft und Wirtschaftlichkeit stehen Komfortelemente auf den Wunschzetteln wie Memory-Funktionen fÌr Sitz- und Spiegeleinstellungen.
FÃŒr den Bereich Leergewicht-NutzlastverhÀltnis lösen die ersten Hersteller die Blockbauweise von Ölwanne und KurbelgehÀuse auf. Da die aufgesattelten oder angehÀngten ArbeitsgerÀte immer schwerer werden, reichen Frontgewichte und selbst der Frontanbau von Maschinen fÃŒr die notwendige Belastung der Vorderachse nicht mehr aus. Manche Hersteller haben bereits die FrontrÃŒmpfe ihrer Traktoren verstÀrkt. Neu sind verstÀrkte Ölwannen, die mit zusÀtzlichen VerstÀrkungsrippen zum Teil des Chassis werden und das VerhÀltnis von Leergewicht und Nutzlast optimieren.
Wahrscheinlich 2019 kommen auf Nonroad-Fahrzeuge, zu denen auch Traktoren gehören, neue Abgasnormen zu. Die EU plant mit der Abgasstufe 5 den nÀchsten Schritt. Neu wird die Einbeziehung von Traktoren mit weniger als 19 und mehr als 560 kW sein, die von der Abgasstufe 4 bislang ausgenommen sind. Die Partikelmasse (Feinstaub) soll laut EU-Vorschlag von 0,025 auf 0,015 Mikrometer gesenkt werden und erreicht damit den Wert, der fÌr schwere Lkw in der Euro 6 bereits umgesetzt ist. Neu eingefÌhrt wird fÌr Traktoren die Partikelanzahl. Die wird mit 1 x 1012 ebenfalls im Lkw-Bereich von 6 bis 8 x 1012 liegen.
Roger Stirnimann, Dozent fÌr Agrartechnik an der Hochschule fÌr Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften in Zöllikofen in der Schweiz, ist fÌr die Landwirtschaft zuversichtlich. Die Lkw-Hersteller erreichen diese Werte bereits mit gÀngiger Technik. Mit AbgasrÌckkÌhlung, Dieseloxydationskondensator, Dieselpartikelfilter und Selektive Katalytische Reduktion (SCR) hat er bereits einen Traktor der Abgasstufe 4 auf die mögliche neue Norm der Stufe 5 umrÌsten können. Wichtig: Alle diese Systeme können in den SCR-Katalysator ohne weiteren Bauraumbedarf am Motor eingebaut werden.
Roland Krieg, www.aid.de


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Medikamente aus dem Glashaus


Tomaten haben Potenzial



(aid) - Die Zukunft der Produktion sekundÀrer Pflanzenstoffe könnte im GewÀchshaus liegen. Deutsche und britische Wissenschaftler haben einen Weg gefunden, größere Mengen pflanzlicher Inhaltsstoffe mit medizinischer Wirkung mithilfe von Tomaten zu produzieren. Ihre Arbeit veröffentlichten sie kÃŒrzlich im Fachjournal Nature Communications.
Sie erprobten das Verfahren zunÀchst an den Substanzen Resveratrol und Genistein, die in Weintrauben bzw. Soja vorkommen. Das Polyphenol Resveratrol zeigte in mehreren Tierstudien lebensverlÀngernde Wirkung. Der Sojabestandteil Genistein gehört zu den sogenannten Phytoöstrogenen. Es bindet an den menschlichen Östrogenrezeptor und hemmt das Tumorwachstum bei hormonempfindlichen Krebsarten wie z. B. Brustkrebs. Der Gehalt in Weintrauben bzw. Sojabohnen ist jedoch in beiden FÀllen niedrig und die Gewinnung, etwa fÃŒr pharmakologische Untersuchungen, mÃŒhsam.
Es gab bereits gentechnisch erzeugte Tomatensorten, die die entsprechenden Substanzen produzieren können. Die Ausbeute war jedoch fÌr eine effektive Verwertung zu gering. Das Ànderte sich, als die Wissenschaftler den Transkriptionsfaktor AtMYB12 in die jeweiligen Sorten einkreuzten. Ein Transkriptionsfaktor wirkt wie ein Schalter. Bindet er an die entsprechende Region eines Gens, wird die Produktion des entsprechenden Genprodukts gestartet oder gestoppt.
Wie die Wissenschaftler zeigen konnten, steigert AtMYB12 die Produktion von sogenannten aromatischen AminosÀuren, die als Vorstufen fÌr viele sekundÀre Pflanzenstoffe dienen, u. a. auch Polyphenole und Phytoöstrogene. ZusÀtzlich werden die Grundbausteine dieser AminosÀuren verstÀrkt produziert. Beim Resveratrol verzehnfachte sich die Ausbeute auf diese Weise. Der Genisteingehalt stieg sogar um den Faktor 260. In beiden FÀllen war der Gehalt in den Tomaten Ìber hundert Mal höher als in Trauben bzw. in Sojaprodukten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich auf dieselbe Weise auch andere sekundÀre Pflanzenstoffe aus aromatischen AminosÀuren in Tomaten produzieren lassen.
Sollte sich das bestÀtigen, hat das Verfahren das Potenzial, die Herstellung von Phytochemikalien zu revolutionieren. Tomaten gehören zu den ertragreichsten Nutzpflanzen und werden weltweit massenhaft angebaut. Die angereicherten Substanzen können einfach nach dem auspressen aus dem Saft gewonnen werden. Das ist deutlich einfacher, als sie mÌhsam im Labor oder aus den ursprÌnglichen Pflanzen zu gewinnen.
Dr. Margit Ritzka, www.aid.de


Weitere Informationen:
https://idw-online.de/de/news640570
Zhang y et al.: Multi-level engineering facilitates the production of phenylpropanoid compounds in tomato. Nature Communications Bd. 6, 8635. doi: 10.1038/ncomms9635


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Aufzucht von Bioferkeln


Hundertprozent Öko-FÃŒtterung möglich



(aid) - Eine wirtschaftlich erfolgreiche Aufzucht von Bioferkeln ist mit betriebseigenen Futterrationen aus 100 % ökologischer Erzeugung weitestgehend möglich. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des ThÃŒnen-Instituts fÃŒr Ökologischen Landbau in Trenthorst, die ÃŒber drei Jahre hinweg verschiedene FÃŒtterungsstrategien fÃŒr Ferkel unter ökologischen Haltungsbedingungen geprÃŒft haben. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). Hintergrund der Studie ist die in der Regel begrenzte ProteinqualitÀt ökologischer Futtermittel, mit denen das hohe Wachstumspotenzial von Ferkeln oft nicht optimal ausgeschöpft werden kann. Zudem sieht die EU-Ökoverordnung ab 2018 vor, dass Futtermittel in der ökologischen Tierhaltung zu 100 % aus ökologischer Erzeugung stammen mÃŒssen.
Die Forscher untersuchten die Tageszunahmen, das Auftreten von Krankheiten und die Verlustraten von insgesamt 1.509 Ferkeln bei einphasiger FÃŒtterung mit drei verschiedenen Futtermitteln.
Dazu gehörte ein Zukauffutter mit nur 28 % hofeigenen Komponenten, das den einschlÀgigen Empfehlungen entspricht, ein 100 % Biostandard-Ferkelfutter mit 78 % hofeigenen Komponenten, das den Beratungsempfehlungen mit EinschrÀnkungen folgt und das betriebsÌbliche Bio-Laktationsfutter mit 87 % hofeigenen Komponenten, das nach bisherigem Wissen die Versorgungsempfehlungen nicht erfÌllt. ZusÀtzlich erhielten die Ferkel mit Kleegrassilage oder Stroh zwei verschiedene Raufutterarten zu jeder Kraftfuttervariante.
Alle Tiere wurden in der Untersuchung sieben Wochen lang gesÀugt, statt der in der Praxis Ìblichen sechs Wochen. Bei allen FÌtterungsvarianten lagen die tÀglichen Zunahmen insgesamt auf hohem Niveau. Am Ende des Untersuchungszeitraums nach 63 Tagen zeigte sich, dass die durchschnittlichen Tageszunahmen beim Zukauf- und Standardfutter mit 357 g/Tag identisch waren. Auch die Zunahmen beim Laktationsfutterrmittel fielen mit 343 g/Tag nur unwesentlich niedriger aus. Bezogen auf ein standardisiertes 20 kg-Ferkel entstanden zudem im Vergleich zum teuren Zukauffutter bei Standardfutter nur 57 % der Kosten, beim Laktationsfutter sogar nur 49 %.
Da es in Bezug auf Krankheiten und Verluste keine Unterschiede zwischen den Varianten gab, empfehlen die Forscher den Einsatz des Standardfutters ohne EinschrÀnkung. FÌr die Nutzung des Laktationsfutters mÌssen allerdings aus Sicht der Experten bestimmte Voraussetzungen erfÌllt sein. So sollte die SÀugezeit mindestens sieben Wochen betragen und die Sauenherde einen hoher Gesundheitsstatus aufzeigen.
Obwohl sich in der Studie bezÌglich der Raufutterwahl keine Unterschiede ergaben, empfehlen die Forscher Praktikern dennoch auf Kleegrassilage zu setzen, da es sehr gut von den Tieren angenommen wird. Die Wissenschaftler weisen jedoch darauf hin, dass die FÌtterungsstrategie zur SÀugezeit passen muss. So dÌrfe eine 100 %-BiofÌtterung, die bei siebenwöchiger SÀugezeit gut funktioniere, nicht einfach bei sechswöchiger SÀugezeit zum Einsatz kommen.
JÃŒrgen Beckhoff, www.aid.de


Alle Ergebnisse der Studie finden Sie hier:
http://orgprints.org/29331/1/29331-11OE021-ti-weissmann-2015-ferkelfuetterungsstrategien.pdf


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Vögel fÌttern im Winter


Auf richtiges Futter achten



(aid) - In der kalten Jahreszeit freuen sich Meisen, Finken & Co. Ìber ein gut gefÌlltes VogelhÀuschen im Garten oder auf dem Balkon. Dort lassen sich die PiepmÀtze aus nÀchster NÀhe beobachten. Das ist fÌr Alt und Jung ein Naturerlebnis und vermittelt nebenbei noch Artenkenntnis. Der Naturschutzbund Deutschland empfiehlt eine FÌtterung von November bis Februar, da in dieser Zeit mehr Vögel zur Futterstelle kommen und die niedrigen Temperaturen die notwendige Hygiene erleichtern.
Singvögel, die nicht gen SÃŒden ziehen, mÃŒssen auch im Winter ihre Körpertemperatur bei rund 40 Grad Celsius aufrechterhalten. Das kostet viel Energie, die in Form von Futter aufgenommen werden muss und bei Eis und Schnee knapp werden kann. Die VogelfÃŒtterung bietet allerdings keinen Schutz bedrohter Vogelarten, da von ihr fast ausschließlich wenig bedrohte Arten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Drosseln profitieren. Da ist es nachhaltiger, einen naturnahen Garten mit reichlichem Nahrungsangebot zu schaffen und auf Unkrautvernichtungsmittel zu verzichten.
FÃŒr die winterliche VogelfÃŒtterung ist ein Futterspender bzw. Futtersilo die beste Wahl, welches an einem geschÃŒtzten Ort aufgehÀngt wird. Im klassischen VogelhÀuschen wird das Futter leicht feucht oder mit Kot beschmutzt. Hier ist eine regelmÀßige Reinigung mit heißem Wasser wichtig, um eine Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Legen Sie tÀglich nur eine geringe Menge Futter nach. An einer ÃŒbersichtlichen Stelle können sich Katzen nicht anschleichen und man hat selbst eine gute Sicht auf die Besucher. Sind BÃŒsche in der NÀhe, können sich die Vögel bei einem möglichen Sperberangriff schnell in Sicherheit bringen.
Ein gutes Basisfutter sind Sonnenblumenkerne, die von fast allen Vogelarten verzehrt werden. Futtermischungen enthalten auch andere Samen unterschiedlicher Art und Größe. Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunellen, Amseln, Wachholderdrosseln und Zaunkönige mögen auch Rosinen und anderes Trockenobst, Haferflocken und Kleie. Es wird möglichst in BodennÀhe angeboten. Achten Sie allerdings darauf, dass das Futter nicht verdirbt. Meisenknödel mit hohem Fettanteil sind, wie der Name vermuten lÀsst, bei Meisen sehr beliebt. Verzichten Sie allerdings auf Produkte mit Netzen, da sich die Vögel mit ihren Beinen darin verheddern können. GewÃŒrzte und gesalzte Speisen sind als Futter nicht geeignet, und auch Brot verdirbt leicht und quillt im Magen der Vögel auf.
Heike Kreutz, www.aid.de
www.aid.de


Weitere Informationen:
www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/vogelfuetterung


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