, sieht man den aktuellen Arbeitsmarktreport der DEKRA oder Abbaumaßnahmen wie bei VW oder Continental, scheinen Zweifel am Fachkräftemangel berechtigt. Experten jedoch sehen nur die Ruhe vor dem Sturm und sorgen sich, dass nun jahrelange Nachwuchsbemühungen Schaden nehmen könnten. Etwa der VDE-Ausschuss »Studium, Beruf und Gesellschaft«: Die Lage sei viel dramatischer, als sie aktuell wahrgenommen werde. Das Institut der Deutschen Wirtschaft meldet in einer Auswertung vom April 60.000 unbesetzte Stellen bei den Energie- und Elektroberufen – unter allen MINT-Berufen ist das die größte Lücke. Studien zufolge sollen bis 2030 über 160.000 Fachkräfte für Sicherheit und Verteidigung fehlen. Ob da die Zusagen aus dem Nato-Treffen von Den Haag bereits eingerechnet sind? "Nachdem nun die finanziellen Mittel, die für (...) Verteidigungsbereitschaft unabdingbar sind, überall in Europa – auch bei uns in Deutschland – mobilisiert werden, kommt es entscheidend auf die Lieferfähigkeit der Industrie an", sagt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV), Dr. Hans Christoph Atzpodien. Auf Unternehmen aus dem oder mit Verteidigungsbereich - wie Hensoldt, Diehl, Rheinmetall, Quantum Systems oder Rohde&Schwarz - warten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte des Wachstums. Sie werden dazu Absolventen aus der Elektronik abschöpfen. Schon beginnen erste Hochschulen sich darauf einzustellen und Studienangebote neu zu strukturieren. Klimaschutz? Der anfängliche Hype sei vorbei, berichtet Prodekan Prof. Benjamin Kormann von der Hochschule München. Das Problem: viele inländische Abiturienten juckte der Bedarf der Industrie bislang nicht. Wird sich nun ausgerechnet der Verteidigungsbereich als das erweisen, was die Klimakrise nicht geschafft hat - mehr Interesse an E-Technik zu wecken? Warten wir es ab. Ihre Corinne Schindlbeck Redakteurin (Ltd.) |