DIE GAZETTE Newsletter 85

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Soeben erschienen:


DIE GAZETTE
33
Frühjahr 2012


mit dem Themenschwerpunkt:


Arbeit


Editorial


Seit etwa 150 Jahren ist die Sklaverei verboten. Einen Sklavenmarkt wie in Atlanta, Georgia, noch1864, gibt es nicht mehr. Einen Arbeitsmarkt schon noch.
Der Vergleich ist natürlich unfair. Ein Sklave wurde wie eine Sache gekauft und verkauft; der heutige Angestellte verkauft nur seine Arbeitskraft. Der Käufer der Arbeitskraft ernährt den Angestellten nicht nur, er ermöglicht ihm noch ein paar weitere Annehmlichkeiten. Andere Unterschiede sind eher graduell:
Wenn heute eine Angestellte ein Brötchen klaut, wird sie nicht mehr ausgepeitscht, sondern nur noch ins Prekariat entlassen. Am Ende liegt der Unterschied dann nur noch in der Dauer des Arbeitsvertrags: Ab wann würden wir ihn als Versklavung bezeichnen? Wenn er unbefristet ist? 60 Jahre dauert? 40? Sogar eine vergleichbare Rechtsstruktur stellen wir fest: Der Sklave wurde, solange er gut arbeitete, als Mittel zum Zweck gesehen; wenn er aber schlecht arbeitete, wurde er plötzlich zum − schuldfähigen − menschlichen Wesen, wurde ihm Verantwortung zugeschrieben, und er konnte bestraft werden. Ähnlich der heutige Arbeiter: Er arbeitet „für einen Herrn“, und seine Verantwortung für das Produkt, das er herstellt, ist irreal (es gehört ihm ja nicht, es gehört dem Eigentümer der Maschinen, mit denen er es produziert hat); erst wenn er das Produkt beschädigt, ist er verantwortlich und trägt die!
Konsequenzen.


Diese Unlogik hat schon einen der klassischen Ökonomen verblüfft, John Stuart Mill (1806 - 1873), der auch in neoliberalen Kreisen noch heute großes Ansehen genießt. Er schlug eine Lösung vor, die im Essay von David Ellerman (Seite 12) diskutiert wird. Eine demgegenüber revolutionäre, befreiende Veränderung wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen, das Michael Hirsch in seinem Artikel erwähnt und Götz Werner im Interview gegen alle Widerreden mit Nachdruck fordert (Seite das Interview).


Dass uns die heutige Form des Arbeitsmarkts angemessen, geradezu naturgegeben erscheint, ist kein Argument. Auch die Sklaverei wurde fast drei Jahrtausende lang, von Platon bis zu den Anfängen der USA, als Selbst­verständlichkeit hingenommen. Es brauchte noch gut zweihundert Jahre und zahllose internationale Verträge und Abkommen, bis die Sklaverei als (weitgehend) abgeschafft bezeichnet werden konnte.


Übrigens: Vor ebenfalls gut zweihundert Jahren erst, also seit der Sklavenmarkt in Verruf geriet, entwickelte sich der uns heute ebenso natürlich erscheinende Arbeitsmarkt.


 


Das vollständige Inhaltsverzeichnis finden sie hier.




 


 


 
     



 
 
 

 


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