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DIE GAZETTE
32
Winter 2011/2012


Der Themenschwerpunkt dieser Ausgabe:


Was ist Geld?


Editorial


Es ist nicht leicht, die Macht der Banken zu überschätzen. Manchmal kommt sie uns schier göttlich vor.
Aber selbst der Allmächtige sieht da relativ alt aus. Denn er hat die Welt nur einmal, immerhin aus dem Nichts, erschaffen. Die Banken hingegen erschaffen täglich, jede Minute etwas ganz Wunderbares, ebenfalls aus nichts: unser Geld.
Der Gedanke geht einem erst einmal überhaupt nicht ein, da wir unser Geld doch von einem Arbeitgeber bekommen oder, schon et­was sparsamer, vom Staat. Wir haben es vielleicht auf einem Konto, aber da kommt es nicht her, sondern da heben wir es nur auf für später.
Nun meint fast jeder, Banken verleihen maximal dieses Geld, unsere Einlagen. Falsch. Banken, alle Banken, verleihen etwa das Zehn- bis Vierzigfache unserer Einlagen als Kredite. Aber woher haben sie so viel Geld? Richtig: Sie haben es nicht. Sie verleihen Geld, das sie nicht haben. Sie müssen es erschaffen.
Woraus? Aus den Krediten, die sie gewähren. Zugegeben: Jetzt wirds kompliziert. Das Geld, das sie einem Kreditnehmer geben, ist nämlich genau das Geld (von Zinsen mal abgesehen), das der Kreditnehmer der Bank schuldet. Das Geld entsteht also gleichzeitig (Experten sagen dazu "uno actu", d.h. durch denselben Vorgang) wie der Schuldschein, den der Kreditnehmer unterschreibt. Geld entsteht aus Schulden. Aus nichts anderem? Aus nichts anderem. Alles Geld? Ja, alles Geld.
Und um die Schwerverständlichkeit auf die logische Spitze zu treiben: Wenn alle Schulden der Welt bezahlt würden, gäbe es gar kein Geld mehr.
So. Und weil das nun überhaupt niemand mehr versteht (außer den Ackermännern), versuchen in dieser Ausgabe der GAZETTE einige Autoren herauszufinden, wie es dazu kommen konnte.
Hans Christoph Binswanger erkennt wenigstens noch in den früheren Goldmünzen einen gewissen Wert, der dann auf dem Weg zum Papiergeld allmählich verlorenging. Wie diese bunten Scheinchen in die Welt kamen, erzählt dann Paul Grignon, der darüber einen Zeichentrickfilm gemacht hat: von einem Goldschmied, der, es ist schon eine Weile her, herausfand, dass er auch Quittungen für Gold austeilen konnte, das er gar nicht hatte. Merkte ja keiner. So fing das an mit den Geldscheinen.
Geld, sagt der Wirtschaftsingenieur Dirk Solte, ist also nichts anderes als ein Versprechen. Die Frage ist jetzt nur: Wird das Versprechen auch ge­halten? Auch noch in ferner Zu­kunft? Auch wenn es so viel Schulden gibt in der Welt, dass niemand sie zurückzahlen kann – außer mit neuen Schulden (wie unsere Regierungen)? Funny Money (sagt Joachim Jahnke dazu), ein Hütchenspiel, ein Schneeballsystem (sagt Marco Meng). Insolvenzverschleppung (traut sich noch keiner zu sagen).
Das muss irgendwann einmal krachen (das ist dann eine sog. "Finanzkrise"). Oder aber (sagt John Ralston Saul, aber auch Martin Stöhr in seinem Text zum altisraelischen Jobeljahr) wir zahlen die Schulden einfach nicht zurück und fangen wieder ganz von vorn an.
Aber leider haben wir uns daran gewöhnt, dass wir für verliehenes Geld ("natürlich", hielt mir neulich ein Experte entgegen) mehr Geld zurückbekommen. Unser Geld "arbeitet" ja, Tag und Nacht. Und wächst und heckt unaufhörlich Zinsen. Das ist doch nicht nichts.
Schon. Nur: Geld arbeitet nicht, Menschen arbeiten. Sie arbeiten wie die Blöden, weltweit. Zum großen Teil für die Milliardenschulden-Zinsen. Irgendwo müssen die ja herkommen.


Fritz Glunk


PS
Alle gängigen Vorurteile gegen ein verlottertes Griechenland bestätigt der Auszug aus einem Buch des französischen Reisenden Ed­mond About von 1854 (hier in den Marginalien). Allerdings: Das Land hatte damals gerade einen Krieg verloren, die Unabhängigkeit ge­wonnen. Also doch eine etwas andere Situation als heute.


 


Das komplette Inhaltsverzeichnis finden sie hier.




 


 


 
     



 
 
 

 


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