Risiken im Geschäftsalltag

3 jaren geleden


Text only:

 
Wird das E-Mail nicht richtig angezeigt? Schauen Sie es im Browser an.
09.10.2015
 


Grüezi Herr Do


„Das grösste Risiko auf Erden laufen Menschen,
die nie das kleinste Risiko eingehen wollen.“
(Bertrand Russell, brit. Philosoph und Mathematiker)


Im Geschäftsalltag tauchen täglich Risiken auf, die Sie in Angriff nehmen und bewältigen müssen. Einige dieser Risiken können Sie problemlos selber abwenden und lasten weniger schwer auf Ihrem KMU. Bei anderen hingegen ist professionelle Hilfe unausweichlich. In der vorliegenden Ausgabe des Newsletters „Ihr-Hausjurist“ haben wir einige potentielle Risiken herausgegriffen und geben Ihnen hoffentlich wertvolle praktische Tipps, wie Sie diese Gefahren anpacken und abwenden können.
 
Rohbaumiete und ihre Risiken
Die Rohbaumiete kommt häufig bei Geschäftsräumlichkeiten zum Zug. Dabei darf der Mieter zumindest teilweise den Ausbau mitbestimmen. Meist werden dazu längerfristige Mietverträge ausgestellt, was eine vollständige Abschreibung der Investitionen erlaubt und den Mieterausbau erst sinnvoll macht.
Zu dieser speziellen Situation finden wir keine gesetzlichen Bestimmungen im Obligationenrecht. Umso wichtiger ist deshalb die Vertragsausarbeitung mit präzisen Regeln für das künftige sorglose Mietverhältnis. Typischerweise übernimmt der Mieter auf eigene Rechnung den Aus- oder Umbau der Räumlichkeiten. Dies bedeutet umgekehrt, dass der Vermieter dem Mieter ein noch nicht gebrauchstaugliches Mietobjekt überlässt. Häufig umstritten ist die Frage, in welchem Umfang der Mieter im Mietzins eine Kompensation für seinen Aufwand am Umbau bzw. Ausbau verlangen kann. Hier ist ein Entschädigungsanspruch pro rata ratsam, der unbedingt im Vertrag festgehalten werden sollte.
Tipp: Punkte, die im Vertrag zwingend zu regeln sind:
Definieren der Ausbauten die durch den Mieter vorgenommen werden
Definieren der Amortisation
Definieren der Rückbaupflicht bei der Beendigung
Definieren der Entschädigung für den Aufwand des Um-/Ausbaus
Konnten Sie auch schon von der Rohbaumiete für Ihre Geschäftslokale profitieren und diese nach Ihrem Wunsch ausbauen? Sind Sie dabei über Probleme gestolpert?
Der Vermieter muss in dieser Konstellation das Bauhandwerkerpfandrecht im Griff haben, denn beim Um-/Ausbau besteht ein Vertragsverhältnis zwischen dem Mieter und dem Handwerker. Dieser wiederum hat den Anspruch auf das gesetzliche Bauhandwerkerpfandrecht im Umfang seiner getätigten Leistung, falls der Mieter seine Forderungen nicht deckt. In diesem Fall trägt der Vermieter das Risiko, weil er Eigentümer der Liegenschaft und somit Pfandeigentümer ist. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Absicherung zwischen dem Mieter und Vermieter in Form einer Schadloshaltungsvereinbarung.

Steht bei Ihnen in nächster Zeit ein Umbau oder Ausbau an und Sie sind sich unsicher bezüglich der Ausgestaltung des Mietvertrages? Dann lassen Sie sich unbedingt von einem Experten beraten und den Vertrag überprüfen. Das „Ihr-Hausjurist“ – Team steht Ihnen gerne zur Seite.


 
Überprüfen Sie die IT-Sicherheit in Ihrem Unternehmen
Sind die Räumlichkeiten schliesslich ausgebaut, geht es an die Einrichtung. Nebst einer flexiblen, funktionalen Büroinfrastruktur, gehört neben Drucker und Kopierer auch ein Ablage- und Archivierungssystem. Gleichermassen ist eine effiziente, sichere aber kostengünstige und der Grösse des Unternehmens angepasste elektronische Informationstechnologie unabdingbar, die hilft komplexe Geschäftsabläufe und –prozesse zu bewältigen.
Ein sehr wichtiger Teil der IT-Infrastruktur ist die IT-Sicherheit. Diese sollte so ausgestaltet sein, dass das Unternehmen möglichst optimal vor Datenmissbräuchen geschützt ist. Zum Grundinventar hierfür gelten Antiviren-Produkte und Firewalls, die jedoch immer auf dem neusten Stand gehalten werden müssen, da ansonsten auch die teuerste Software nichts nützt. Am besten ist es, im Unternehmen einen Systemverantwortlichen zu ernennen, der für die nötigen Updates zuständig ist. Zur IT-Sicherheit gehört weiter, dass die Computer mit Passwörtern gesichert werden. Legen Sie aber die Passwörter nicht offensichtlich auf den Tisch neben dem Computer!
TIPP: Es gibt eine Checkliste mit 10 wichtigsten Punkten, anhand derer Sie ganz einfach einen Überblick über den Stand der Informationssicherheit in ihrem Unternehmen gewinnen können.
Zuweisung der Verantwortlichkeiten
Datensicherung
Schutz vor Computerviren
Sichere Verbindung ins Internet
Software-Aktualisierung; Patches
Umgang mit Passwörtern
Schutz mobiler Geräte
Benutzerrichtlinien
Physischer Schutz der IT
Ordnung
Weitere Informationen finden Sie unter: www.hslu.ch/iwi.
 
Zahlungsausfälle erfolgreich verhindern
Kennen Sie das Problem, dass die von Ihnen ausgestellten Rechnungen durch Kunden zu spät bezahlt werden? Oder im schlimmeren Fall, gar nicht bezahlt werden? Solche Forderungsausfälle führen aufgrund Verschuldung zu Entlassungen, aufgeschobene Rekrutierungen oder sogar der Konkurs können die Folgen sein. Für KMU gibt es aber Möglichkeiten und Strategien, um solch gravierenden Auswirkungen entgegenzuwirken.
 

Was für Möglichkeiten gibt es diese Situation im Griff zu behalten:


Factoring: Das sind Hilfeleistungen beim Eintreiben der Forderungen.
Kreditversicherung: Solche Versicherungen gegen unbezahlte Rechnungen prüfen vor der Lieferung der Ware die Bonität und die Adresse der Kunden, damit das Unternehmen gewarnt werden kann, bevor es zu einem Zahlungsausfall kommt. Natürlich ist ein solcher Service eher kostspielig. Eine Debitorenkreditversicherung kostet im Jahr durchschnittlich 0.3-0.7% des versicherten Umsatzes. Die Inanspruchnahme der Dienste solcher Firmen macht also erst ab einem Umsatz von mehr als CHF 5 Millionen Sinn, da nach erfolgter Zahlung des Schuldners auch noch eine Provision an das Unternehmen geleistet werden muss.
Externe Überprüfung: Unternehmen, die auf die Bekämpfung von ausstehenden Forderungen spezialisiert sind, verfolgen die Kunden und ihre Aktivitäten ganz genau, egal ob es sich um Privatkunden oder Unternehmen handelt.

Haben Sie diese finanziellen Ressourcen nicht, um sich diese Dienstleistungen und Versicherungen in einem solchen Umfang zu leisten, gibt es einige praktische Tipps, mit denen Sie ausstehende
Forderungen vermeiden können:


Prüfen Sie die Qualität Ihres Kundenportfolios regelmässig
Lassen Sie keine Posten offen, auch wenn Sie den Kunden bereits seit vielen Jahren kennen
Formulieren Sie die Fristen im Vertrag so deutlich wie möglich
Verfolgen Sie einen Zahlungsverzug genau
Verschicken Sie lediglich eine Zahlungserinnerung
Verlangen Sie eine relativ hohe Vorauszahlung, insb. bei Bestellungen ins Ausland
Was ist zu beachten bei Praktikumsplätzen und Ferienjobs
Freie Praktikumsplätze und Ferienjobs sind bei den Jugendlichen sehr beliebt. Viele Studenten und Schüler nutzen diese Möglichkeit, um sich weiterzubilden, diverse Kompetenzen zu erwerben oder einfach nur um Geld zu verdienen. So unterschiedlich die Motivation für diese Arbeit sein kann, so verschieden sind auch die Fragen die seitens der KMU zu diesem Thema auftreten.
 

Grundsätzlich gilt, immer einen Arbeitsvertrag aufzusetzen. In diesem Vertrag sollten Ziel des Arbeitsverhältnisses, Lohn, Beschäftigungsgrad, Dauer etc. festgehalten werden. Zwar ist dieser nicht zwingend vom Gesetzgeber vorgeschrieben, der Arbeitsvertrag hilft aber bei Meinungsverschiedenheiten aller Art.
Vorsicht ist geboten, bei der Beschäftigung von Minderjährigen. Hier gelangt jeweils die Jugendarbeitsschutzverordnung (ArGV 5) zur Anwendung. Diese regelt genau, welche Arbeiten von Minderjährigen erledigt werden dürfen und welche nicht. Beispielsweise dürfen Jugendliche nicht zur Bedienung in Nachtclubs oder Barbetrieben beschäftigt werden. Auch dürfen Minderjährige keine gefährlichen Arbeiten machen. Ist dies jedoch im Rahmen einer Berufsbildung oder Kurses erforderlich, so benötigt man eine Bewilligung dazu.
Wird dem Praktikanten ein Lohn ausbezahlt der mehr als CHF 2'300 im Jahr beträgt, so ist der Arbeitgeber verpflichtet Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten (Art. 34d AHVV). Das Bundesgericht hat zudem in diesem Frühjahr entschieden, dass egal ob ein Arbeitsvertrag vorhanden ist und ob ein Lohn ausbezahlt wird, der Praktikant und sogar der Schnupperstift durch die Unternehmung unfallversichert ist (BGE 141 V 313).


Und nun noch zu guter Letzt: Es lohnt sich trotz diesen Aufwendungen auch für ein KMU Praktikumsstellen und Ferienjobs anzubieten. Einerseits haben Sie junge, motivierte Personen, die neuen Schwung in den Arbeitsalltag bringen können. Andererseits wertet es das Image Ihres Unternehmens auf. Wenn den Praktikanten und Ferienjobber die Arbeit und der Betrieb gefällt, werden sie gute Werbung für Ihr KMU betreiben und dadurch Ihr Image fördern.
Quelle: www.kmu.admin.ch.
Neu im Team „Ihr Hausjurist“

Am 1. September 2015 durften wir im Team „Ihr Hausjurist“ Alexandra Gisler begrüssen. Sie ist neu im Redaktionsteam dieses Newsletters mit dabei und wird Sie zusammen mit Bettina Hübscher auch in den nächsten Ausgaben mit aktuellen Informationen rund um Ihr KMU versorgen.
Alexandra Gisler machte eine kaufmännische Berufslehre und sammelte Berufserfahrung in einem Anwalts- und Notariatsbüro. Sie absolvierte zudem das Bachelorstudium mit Vertiefung Management & Law an der Hochschule Luzern – Wirtschaft. Als wissenschaftliche Assistentin arbeitet sie in diversen Projekten wie Datarisk oder Flexible neue Arbeitswelten mit. Alexandra Gisler freut sich auf diese Tätigkeit und wird mit spannenden Beiträgen Sie in Ihrem Arbeitsalltag unterstützen.


Veranstaltungshinweise
 
12.10.2015
Info-Veranstaltung CAS Mediation Grundlagen/Vertiefung
Wirtschaft
 
Details
20.10.2015
Info-Veranstaltung CAS Leadership
Wirtschaft
Details
21.10.2015
Info-Veranstaltung CAS Coaching als Führungskompetenz
Wirtschaft
Details
28.10.2015
Management Seminare: Innovation Leadership: Innovationsfähigkeit nachhaltig entwickeln
Wirtschaft
Details
5./6.11.2015
Management Seminare: Positive Leadership – Auf Stärken bauen
Wirtschaft
Details
5.11.2015
Info-Veranstaltung CAS Betriebswirtschaft (Abendkurs)
Wirtschaft
Details
Wir würden uns freuen, Sie an einer der Veranstaltungen begrüssen zu dürfen. Auch Ihren Anliegen und Fragen nehmen wir uns gerne an.
Haben Sie Fragen zum Newsletter oder zu allgemeinen rechtlichen Belangen? Kontaktieren Sie uns, wir stehen Ihnen gerne zur Seite.

Einen guten Start ins Wochenende – Ihr Hausjurist


Hochschule Luzern – Wirtschaft
Hübscher Bettina & Gisler Alexandra
Quellenangaben & Haftungsausschluss
Gesetzesänderung: www.kmu.admin.ch/aktuell
Rechtsprechung: www.bger.ch
Trotz grösstmöglicher Sorgfalt wird jede Haftung für die inhaltliche Richtigkeit, Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Vollständigkeit abgelehnt.


 
Sie erhalten diesen Newsletter auf eigene Anmeldung.
Profil anpassen  |   Newsletter abbestellen
 
Hochschule Luzern – Wirtschaft
Zentralstrasse 9
Postfach 2940
CH-6002 Luzern
T + 41 41 228 41 50
wirtschaft@hslu.ch
www.hslu.ch/wirtschaft
Besuchen Sie uns auf folgenden
Social Media Plattformen:
  

Deel deze nieuwsbrief op

© 2019